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DER KLEINE RABE UND DIE WEIHNACHTSKUGEL

Nachdem man viele Jahre an Weihnachten immer zu den eigenen Eltern gekommen ist und sich in diesem Augenblick irgendwie selbst als Kind gefühlt hat, ändert sich das, wenn man selbst Mama oder Papa geworden ist. Plötzlich stehen viele Fragen im Raum: Wo wird gefeiert, welches Weihnachtsessen soll es geben, wie werden die Geschenke verteilt....? Und alles soll natürlich perfekt sein.

 

Rechtzeitiges Planen und eine gute Zeiteinteilung sorgen für Ruhe und Gelassenheit. Um Enttäuschungen oder Missverständnisse zu vermeiden, sollten weihnachtliche Rituale gemeinsam besprochen werden. Findet heraus, was jedem von euch wichtig ist. Daraus lässt sich sicherlich ein schönes neues Ritual für eure, nun entstandene eigene Familie, entwickeln. Besprecht vorher, welche Großeltern wann bei euch zu Besuch sein dürfen oder wann ihr die Familie und Verwandtschaft besucht. Der Tagesablauf des Babys und der Kleinkinder sollte auch an den Feiertagen eingehalten werden. Wenn das Kind zu seinen gewohnten Zeiten schläft und isst, wird es nicht überdreht sein.

 

Auch das Schenken und Beschenktwerden ist ein wichtiger Punkt, der vorab besprochen werden sollte. Für Babys ist ein einfaches Greifspielzeug oder Kuscheltier völlig ausreichend. Den Großeltern und Verwandten also lieber einen kleinen Wink geben, was wirklich sinnvoll ist oder für das Kind gebraucht wird. Für Kinder im zweiten Lebensjahr hat das Auspacken natürlich schon einen gewissen Reiz. Aber auch da ist weniger meist mehr. Ohne übertriebene Erwartungen und mit ein wenig Gelassenheit, welche übrigens ansteckend ist, klappt es bestimmt mit einem schönen Weihnachtsfest. 

 

Ich möchte mich mit dieser tollen Weihnachtsgeschichte zum Vorlesen für Groß und Klein in die Weihnachtsferien verabschieden. Ich wünsche euch allen ein besinnliches Fest und schöne Stunden mit euren Lieben. 

 

Manuela

 

 

DER KLEINE RABE UND DIE WEIHNACHTSKUGEL

Wie eine kleine, kaputt geschlagene Weihnachtskugel große Freude brachte 

 

Der kleine Rabe hatte Ärger mit seinen Rabenfreunden.

„Du bist keiner von uns“, sagten die. „Ein rechter Rabe klaut auch wie ein Rabe.“ 

„Ich mag aber nicht stehlen“, murrte der kleine Rabe, doch die anderen lachten und flogen davon. Traurig flog der kleine Rabe ihnen hinterher über verschneite Felder zu der kleinen Stadt. Die war glitzerfunkelbunt geschmückt und viele Leute waren unterwegs. Weil bald Weihnachten war, wie der kleine Rabe erlauschte.

 

Unter ‚Weihnachten’ konnte er sich der nicht viel vorstellen. Er sah nur, dass es etwas sehr Schönes sein musste. Neugierig ließ er sich beim Weihnachtsmarkt auf einer Lichtertanne nieder und beobachtete das Treiben ringsum. Viele Verkaufsstände gab es hier zu sehen, und von überall her hörte er fröhliches Kinderlachen.Das gefiel ihm so gut, dass er bis zum Abend auf der Tanne sitzen blieb. Längst waren die Kinder nach Hause gegangen, und die Händler hatten ihre Buden verschlossen.

 

Der Rabe wollte sich gerade auch auf den Heimweg machen. Da aber sah er etwas auf dem Boden glitzern.Neugierig flog der kleine Rabe zu dem Glitzerding. Es war eine Weihnachtskugel, die jemand zerbrochen und weggeworfen hatte.

 

„Du glitzerst so schön“, sagte der kleine Rabe. „Warum liegst du hier auf dem Boden?“

„Weil man mich kaputt gemacht hat. Siehst du hier das kleine Loch?“, klagte die Weihnachtskugel. „Ich bin nun keine rechte Weihnachtskugel mehr.“

Der kleine Rabe nickte verstehend. „Ich bin auch kein rechter Rabe“, erklärte er der Weihnachtskugel. „Das sagen meine Freunde, weil ich kein Klaudieb bin. Dumm, nicht? Doch jetzt muss ich los zurück in den Wald.“

„Nimmst du mich mit?“, fragte die Weihnachtskugel. „Hier bin ich nutzlos.“

Der kleine Rabe freute sich. „Für mich bist du üüüberhaupt nicht nutzlos“, sagte er.

 

Er nahm die Kugel vorsichtig in den Schnabel und flog mit ihr zu den Bäumen am Waldrand, wo seine Familie hauste. Dort hängte er sie an den obersten Ast der größten Tanne und setzte sich daneben. 

Die Weihnachtskugel strahlte. „Schön ist es hier“, sagte sie und drehte sich im Wind.

„Stimmt“, sagte der Mond, der hinter einer Wolke hervorkam. „Sogar wunderschön ist es hier.“

Und er schickte einen Lichtstrahl zu der Weihnachtskugel, die nun wie verzaubert glitzerte und funkelte. Wie ein Wunderzauberlicht sah das aus.

 

Die Tiere im Wald staunten und alle wollten auf der Tanne Platz nehmen und die Weihnachtskugel anschauen.

„Du bist doch ein rechter Rabe“, riefen die Freunde des kleinen Raben. „Nun hast du auch etwas geklaut.“

Der kleine Rabe aber lächelte nur. Es war ihm egal, was die anderen Raben dachten. Er schaute bewundernd zu seiner neuen Freundin, der Weihnachtskugel, hinüber. Bestimmt würden sie noch viele glitzerfunkelhelle Winternächte miteinander verbringen.

 

 

© Elke Bräunling

Manuela Eckstein

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