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Moderne Väter

Anlässlich des Vatertages habe ich heute mal ein bisschen recherchiert, wie sich die Rolle der Väter in den letzten Jahren verändert hat. Vater sein liegt heutzutage voll im Trend und ist sehr facettenreich geworden. 

 

Väter wollen heute anders sein.  Sie möchten viel Zeit mit ihren Kindern verbringen und interessieren sich für alles, was der Nachwuchs so  macht. Dabei wollen sie aber auch lässig sein, beruflich erfolgreich und ihren eigenen Hobbys nachgehen. So starten sie bei dieser Neudefinition ihrer Vaterrolle meist ohne Vorbilder. Ihre eigenen Väter waren oft noch in der Rolle der Familienernährer und "Aushilfsmütter". In einer Umfrage der "Welt" wünschen sich 76% der jungen Männer zwischen 20-39 Jahren eine Partnerin die ihren eigenen Lebensunterhalt verdient. Sie können es sich nur schwer vorstellen mit einer Frau zusammen zu sein, die nur zu Hause ist. 

 

Die meisten Väter bewerten ihre neue Rolle in der Familie als Gewinn. Viele Männer (in Bayern sind es über 40%) nehmen heute 2 Monate oder mehr Elternzeit. So sind Väter von Anfang an mehr in den Familienalltag integriert und sie fungieren nicht nur als "Zaungast". 95 % aller Männer sind heute bei der Geburt ihrer Kinder dabei, in der Nachkriegsgeneration erlebten 90 % der Väter dies nicht. 

 

Natürlich befindet sich dieses neue Familienmodell noch in den Kinderschuhen. Schaut man nach der Elternzeit, findet man kaum Väter die in Teilzeit arbeiten. Da ist sicher noch ein großes Umdenken gefragt und vor allem auch Arbeitgeber, die sich auf diese Bedürfnisse einstellen. In vielen Firmen herrscht nach wie vor eine Anwesenheitskultur und es ist oft schwierig flexible Arbeitszeitmodelle durchzusetzen. Bei größeren Firmen ist dies schon eher möglich als im kleinen Handwerksbetrieb. So braucht es momentan noch betreuungsfreundliche Großeltern und eine gute Kita, um dieses neue Familienmodell leben zu können. 

 

Die Kinder lieben es, wenn sie mit ihren Vätern herum krabbeln und toben können. Männer spielen anders als Frauen, sind meist wilder, mögen Ballspiele und Fangen. Väter neigen nicht so stark dazu die Kinder ständig miteinander zu vergleichen. Sie reden lieber über Fußball, Reisen oder ihren Job und die Kinder sind einfach so mit dabei. Es gibt geschlechtsspezifische Eigenheiten in den Erziehungsstilen und genau diese tun den Kindern gut. Eine aktive Vaterschaft gelingt eher, wenn Männer nicht Vollzeit plus Überstunden im Beruf stehen. 

 

Der Philosoph Dieter Thomä hält die Vätermonate der Elternzeit für eine "Einstiegsdroge" in eine lebendige Vaterschaft. Ich finde diese Vorstellung toll und glaube auch daran, dass jede gemeinsam verbrachte Zeit das Band zwischen Vätern und Kindern stärker werden lässt. Auch wir Frauen sind unglaublich froh über den Wandel der modernen Väter, auch wenn wir trotzdem manchmal meckern und finden, dass es noch besser sein könnte. Väter die wickeln, spielen, stolz ihr Baby spazieren tragen, nachts auch mal aufstehen und im Haushalt helfen sind wertvoll und stellen den Stützpfeiler von moderner Partnerschaft dar.  Wir Frauen müssen noch ein bisschen lernen mehr Vertrauen zu haben und die Männer einfach mal machen zu lassen. 

 

Ich begleite nun schon seit vielen Jahren Eltern mit ihren Kindern durch die ersten Lebensjahre und freue mich über die modernen Väter. In den ersten Jahren waren Männer in meinen Kursen eine Rarität. Heute ist das zum Glück nicht mehr so und ich hoffe in den nächsten Jahren wird sich dies noch weiter verändern. 

 

Eure Manuela

Manuela Eckstein

Willy-Orth-Weg 12

85221 Dachau 

 

Telefon: 08131/999955

Mail: info@babyzeit-dachau.de

Der Kursraum befindet sich in der Hebammenpraxis Dachau:

 www.hebammenpraxis-dachau.de