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Babys im zweiten Halbjahr

Nun wird euer Baby langsam mobil. Jedes bisher unerreichbare Ziel wird jetzt entdeckt und erkundet. Eure Kinder freuen sich über ihre Selbstständigkeit und sind sind unsagbar stolz auf ihre neuen Fähigkeiten. 

 

Zwischen dem siebten und achten Monat liegen die meisten Babys nicht mehr gern in der Bauchlage. Sie drehen sich ständig in die Seit- oder Bauchlage um ihre Umgebung aus dieser Perspektive zu beobachten. Manche Babys protestieren aber noch schnell in der Bauchlage, da diese für sie noch anstrengend ist und sie den "Dreh zurück" noch nicht beherrschen. Das kann ganz schön anstrengend für euch als Eltern sein. Ihr könnt euer Baby unterstützen, indem ihr beim zurückdrehen eure Kinder immer aktiv mitarbeiten lasst. Wenn ihr euer Kind in die Rückenlage zurück drehen wollt, dann legt  Babys Arm nach oben (auf die Seite über die ihr es zurückdrehen wollt). Mit der anderen Hand leitet ihr die Drehbewegung durch führen der gegenüberliegenden Hüfte ein. Dreh- und Seitbewegungen bestimmen unsere gesamten Bewegungsabläufe. Um so sicherer euer Baby diese beherrscht, desto leichter fallen krabbeln, aufstehen, hinsetzen, Gleichgewicht halten und freies laufen. 

Die nun schon perfekt beherrschte Bauchlage wird Ausgangspunkt für die verschiedenen Fortbewegungsarten eures Babys. Einige beginnen damit sich aktiv um die eigene Achse zu kreiseln. Andere ziehen sich mit den Unterarmen langsam vorwärts. Da wir oft glatte Böden zu Hause haben entdecken viele Kinder zuerst das Robben. Dies geht oft zügig und einige Babys behalten dieses Fortbewegungsmuster länger bei. Andere erproben fleißig den Vierfüßlerstand und üben ausgiebig die Krabbelstellung. Wenn euer Baby sein Gleichgewicht durch hin- und verschaukeln ausgiebig geschult hat, beginnt es koordiniert zu krabbeln. Dazu macht es überkreuzte Arm- und Beinbewegungen. Das ist ein ganz komplexer Prozess und alle freuen sich sehr darüber. Eine Pause wird aber nicht eingelegt. Wenige Tage danach beginnt euer Baby kleine Hindernisse zu überwinden und auf Stufen, Gegenstände und Möbel zu krabbeln. Meist ganz nebenbei setzt sich euer Baby in dieser Phase aktiv auf. Es findet ganz von allein in den Sitz und natürlich auch wieder heraus.  Die folgenden Bilder veranschaulichen euch den optimalen Entwicklungsverlauf. (Die Fotos habe ich aus den PäPKi-Folien 2008 von Frau Dr. W.Bein-Wierzbinski entnommen.)

Die Motorik der Hand wird immer feiner. Das Dreifingergreifen und der Pinzettengriff entwickeln sich. Auch das "Wegwerfspiel" entdecken eure Kleinen. Konzentriert beobachten sie beim herunterwerfen, wo der fallende Gegenstand bleibt. Sie beobachten, wie sich leichte und schwerer Dinge beim fallen verhaltenen und hören genau welche Geräusche dabei erzeugt werden. Lasst eure Kinder am besten selbst die Gegenstände wieder aufheben, indem ihr euch mit dem Baby zum Boden beugt. Die Fingermotorik ist nun schon so fein, das sie selbst kleinste Dinge gut fassen können. Zum Ende vom ersten Jahr können viele Kinder gut klatschen, zwei Gegenstände bewusst aneinander klopfen und zum Abschied winken. Sie beginnen damit kleine Dinge in Becher und Dosen zu stecken und haben viel Freude daran, wenn dieses Spiel gelingt. 

 

Am Ende des zweiten Halbjahres beginnt die Zeit des Aufrichten. Euer Baby zieht sich an Gegenständen hoch und übt unermüdlich das Stehen und Aufrichten. Diese Phase ist meist sehr ausgeprägt und dauert eine längere Zeit an. Das freie Gehen fällt bei vielen Kindern erst ins zweite Lebensjahr. Aufrichten, Seitschritte, eigenständiges Gehen und sicher herunterkommen wollen ausgiebig geübt werden. Viele Erfahrungen mit der eigenen Schwerkraft und dem Ausbalancieren des Körpers werden jetzt von eurem Baby gemacht. Also bitte keine Eile!! Ein Führen eures Kindes mit beiden Händen zum laufen üben ist unnötig und tut auch eurem Rücken nicht gut. 

 

Eurer Baby lernt Menschen immer besser zu differenzieren. Es möchte jetzt noch mal besonders viel Körperkontakt von Mama und Papa, da das die wichtigsten Personen in seinem Leben sind. Die Kleinen freuen sich über einfache Lieder und Verse, die ihr am besten häufig vorsingt oder sprecht. Besonders hohe Tonlagen faszinieren die Kleinen. 

 

Auch für diese Zeit möchte ich euch einige Spiel- und Bewegungsanregungen für zu Hause geben. Meine "Corona-Ersatzpuppe" kommt hierbei leider an ihre Grenzen. So gibt es nur Bilder von Spielmaterialien.  

Ich freue mich schon jetzt, wenn wir wieder gemeinsam mit euren Kindern spielen und uns bewegen können. Die sozialen Kontakte und das Nachahmen sind gerade im zweiten Halbjahr ein wichtiger Entwicklungsaspekt für die Kleinen. 

Bleibt schön gesund und hoffentlich bis bald.

Eure Manuela

Küchenutensilien entdecken

Reserviert euren Kleinen eine Küchenschublade als Spielbereich, denn gerade jetzt wollen sie immer in eurer Nähe sein. Plastikschüsseln, Schneebesen, Becher, Silikonformen und vieles mehr. sind spannend und wollen erkundet werden. Ihr werdet erstaunt sein, wie ausgiebig eure Kinder sich damit beschäftigen können.

Geräusche erzeugen und Gewicht spüren

Sammelt einige leere Flaschen und Dosen und füllt diese mit unterschiedlichen Dingen z. B, Reis, Nudeln, Kronenkorken, Wattestäbchen, Wasser, Linsen, Papierschnipseln usw. Euer Baby wird mit großer Freude diese Dinge schütteln, drehen und wenden. Am besten kommen diese Dinge in einen Korb oder in eine Box, die euer Kind selbst ein- und ausräumen kann. (Sind verschluckbare Dinge eingefüllt, dann bitte die Gefäße gut verschließen!)

Wo ist es hin?

Einsteckspiele sind der "große Renner" zum Ende vom ersten Lebensjahr und bleiben die nächsten Monate hoch interessant. Eigentlich ist dazu fast alles geeignet, was ihr so zu Hause finden könnt: Klammern, Gläschendeckel, unbedruckte Bierfilze, kleine Löffel usw. Später wenn die Kinder nichts mehr in den Mund stecken könnt ihr auch kleine Dinge dazu nehmen: Müsse, Kronenkorken, Eisstiele, Gefrierbeutelklammern usw. 

Als Einsteckboxen könnt ihr leere Dosen oder Kartons verwenden. Schlitze und Löcher lassen sich sehr gut mit einem scharfen Messer hineinschneiden. Achtet darauf, dass keine scharfen Kanten entstehen an denen man sich verletzen könnte. 

Wie komme ich wieder runter?

Anfangs wollen alle Kinder vorwärts wieder runter, egal wie hoch sie davor geklettert sind. Bei niedrigen Höhen gelingt das auch, da eure Kinder ja schon perfekt ihre Stützkraft und das Gleichgewicht trainiert haben. Ab einer gewissen Höhe ist so der Abstieg aber nicht mehr sicher möglich. Helft anfangs mit  indem ihr der Hüfte eures Babys zu einer Drehung verhelft bis seine Füße den Boden berühren können. Begleitet euer Tun sprachlich und sagt euren Kindern das sie "rückwärts" gehen sollen. Wenn das Tun mit dem Wort verbunden wird, lernt euer Baby zukünftig darauf zu reagieren. Im Laufe der Zeit braucht ihr dann  nicht mehr zu helfen, sondern nur verbal euer Kind an das "rückwärts" erinnern, wenn es einen hohen Abstieg wagt. 

Stabilität und Gleichgewicht erzeugen

Gebt eurem Kind immer wieder die Möglichkeit sich auch an niedrigen Dingen aufzurichten. Ein umgedrehter Wäschekorb, die zu klein gewordene Babywanne. ein ausgestopfter Karton oder eine auf dem Kopf stehende Spielzeugkiste sind dafür besonders gut geeignet. Das Aufrichten an niedrigen Gegenständen stellt besonders hohe Anforderungen an Babys Koordination. 

Manuela Eckstein

Willy-Orth-Weg 12

85221 Dachau 

 

Telefon: 08131/999955

Mail: info@babyzeit-dachau.de

Der Kursraum befindet sich in der Hebammenpraxis Dachau:

 www.hebammenpraxis-dachau.de